Drafts termination protection lawsuit filings (German §4 KSchG) with legal reasoning, evidence, and relief requests; provides deadline and risk assessment.
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Strukturierte Vorgehensweise bei Mandaten zur Kündigungsschutzklage — von der Erstberatung bis zur Klageschrift. Das Fristrisiko (3 Wochen ab Zugang) ist der kritische Faktor; alles andere kann nachgebessert werden.
Strukturierte Vorgehensweise bei Mandaten zur Kündigungsschutzklage — von der Erstberatung bis zur Klageschrift. Das Fristrisiko (3 Wochen ab Zugang) ist der kritische Faktor; alles andere kann nachgebessert werden.
| Norm | Inhalt |
|---|---|
| Paragraf 1 KSchG | Soziale Rechtfertigung: Voraussetzung für Kündigungsschutz |
| Paragraf 4 KSchG | 3-Wochen-Klagefrist ab Zugang der schriftlichen Kündigung |
| Paragraf 5 KSchG | Nachträgliche Zulassung bei unverschuldeter Fristversäumnis |
| Paragraf 7 KSchG | Fiktionswirkung: Fristversäumnis = Kündigung gilt als wirksam |
| Paragraf 9 KSchG | Auflösungsantrag (Abfindung) bei fehlendem Vertrauensverhältnis |
| Paragraf 10 KSchG | Abfindungshöhe: bis 12 Monatsgehälter (bis 15 / 18 bei langer Betriebsz.) |
| Paragraf 15 KSchG | Sonderkündigungsschutz Betriebsratsmitglieder |
| Paragraf 23 KSchG | Betriebsgrößenschwelle: > 10 VZÄ (Neueinstellungen ab 1.1.2004) |
| Paragraf 102 BetrVG | Anhörungspflicht; ohne Anhörung = Unwirksamkeit |
| Paragraf 17 KSchG | Massenentlassungsanzeige; Verstoß = Unwirksamkeit |
| Paragraf 626 BGB | Außerordentliche Kündigung: wichtiger Grund + 2-Wochen-Frist |
| Paragraf 623 BGB | Schriftform; elektronische Form genügt nicht |
| Gericht | Aktenzeichen | Datum | Kernaussage | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| BAG, 6. Senat | 6 AZR 152/22 | 01.04.2026 | Verfruehte Massenentlassungsanzeige (vor Abschluss der BR-Konsultation) fuehrt zur Unwirksamkeit aller Kuendigungen; keine Heilung nach Kuendigungsausspruch | dejure.org-Vernetzung; bundesarbeitsgericht.de Pressemitteilung "Massenentlassung - Rechtsfolge von Fehlern im Anzeigeverfahren" |
| BAG, 6. Senat | 6 AZR 157/22 | 01.04.2026 | Fehlende Massenentlassungsanzeige fuehrt zur Unwirksamkeit aller Kuendigungen | dejure.org-Vernetzung |
| EuGH | C-134/24 / C-402/24 | 30.10.2025 | Massenentlassungsanzeige als Wirksamkeitsvoraussetzung; keine Heilung nach Kuendigungsausspruch | dejure.org-Vernetzung |
| BAG, 5. Senat | 5 AZR 108/25 | 25.03.2026 | Formularmaessige pauschale Freistellungsklausel im Arbeitsvertrag ist nach Paragraf 307 Abs. 1 Satz 1 BGB unwirksam; Freistellung verlangt konkreten Anlasstatbestand und Interessenabwaegung | dejure.org-Vernetzung; bundesarbeitsgericht.de Pressemitteilung "Wirksamkeit einer Freistellungsklausel" |
| BAG, 9. Senat | 9 AZR 104/24 | 03.06.2025 | Kein wirksamer Verzicht auf gesetzlichen Mindesturlaub im laufenden Arbeitsverhaeltnis durch Prozessvergleich; Auswirkung auf Abgeltungsklauseln in Aufhebungsvertraegen | dejure.org-Vernetzung; bundesarbeitsgericht.de Pressemitteilung "Kein Urlaubsverzicht durch Prozessvergleich" |
| BAG, 8. Senat | 8 AZR 61/24 | 20.02.2025 | Kein DSGVO-Schadensersatz allein wegen "Stoergefuehls" oder negativer Emotion bei verspaeteter Auskunft (Art. 82 DSGVO); ueberpruefbarer Kontrollverlust und konkrete Gefahr eines Datenmissbrauchs erforderlich | dejure.org-Vernetzung; bundesarbeitsgericht.de (Urteilstext PDF veroeffentlicht) |
| BAG, 8. Senat | 8 AZR 300/24 | 23.10.2025 | Paarvergleich bei Entgeltdiskriminierung: ein einziger Vergleichskollege des anderen Geschlechts genuegt zur Begruendung der Vermutung nach Paragraf 22 AGG | dejure.org-Vernetzung; bundesarbeitsgericht.de Pressemitteilung "Anspruch auf Entgeltdifferenz wegen Geschlechtsdiskriminierung - Paarvergleich" |
| BAG, 7. Senat | 7 AZR 50/24 | 18.06.2025 | Paragraf 14 Abs. 2 TzBfG ist auch auf Betriebsratsmitglieder anwendbar; bei Verweigerung des Folgevertrags wegen BR-Mandat Schadensersatzanspruch auf Vertragsschluss | dejure.org-Vernetzung |
Quellenregel: Keine Kommentar-, Handbuch- oder Aufsatzfundstellen aus Modellwissen; Literatur nur mit Nutzerquelle oder lizenziertem Live-Zugriff.
Vorab: Der untenstehende Workflow ist die typische Standardlinie. Wenn die Mandantenlage abweicht (siehe "Strategische Optionen" oben), sind die Schritte entsprechend zu verkürzen, umzustellen oder durch ein anderes Skill zu ersetzen — der Workflow ist Leitfaden, nicht Pflichtprogramm.
| Schritt | Prüfpunkt | Norm | Rechtsfolge bei Fehler |
|---|---|---|---|
| 1 | Schriftliche Kündigung + Zugang | Paragraf 623 BGB | Nichtigkeit; Kündigung inexistent |
| 2 | Klagefrist 3 Wochen ab Zugang gewahrt? | Paragraf 4 KSchG | Paragraf 7 KSchG-Fiktion; Kündigung wirksam |
| 3 | Anwendbarkeit KSchG: Dauer ≥ 6 Monate? | Paragraf 1 KSchG | Kein KSchG-Schutz |
| 4 | Betriebsgröße > 10 VZÄ? | Paragraf 23 KSchG | Kein KSchG-Schutz |
| 5 | Sonderkündigungsschutz? (MuSchG, BEEG, SGB IX, BetrVG) | Paragrafen 17 MuSchG, 18 BEEG, 168 SGB IX | Unwirksamkeit ohne behördliche Zustimmung |
| 6 | BR-Anhörung ordnungsgemäß? | Paragraf 102 BetrVG | Unwirksamkeit |
| 8 | Außerordentl.: wichtiger Grund + 2 Wochen-Frist? | Paragraf 626 BGB | Unwirksamkeit |
| 9 | Soziale Rechtfertigung: betrieblich/verhaltens-/personenbedingt? | Paragraf 1 Abs. 2 KSchG | Kündigung sozialwidrig |
| 10 | Sozialauswahl korrekt? | Paragraf 1 Abs. 3 KSchG | Sozialwidrige Kündigung |
| Frage | Beweislast |
|---|---|
| Schriftform + Zugang + Termin | Arbeitgeber |
| Soziale Rechtfertigung (Betrieb, Verhalten, Person) | Arbeitgeber |
| Sozialauswahl (Vergleichsgruppe, Kriterien, Ergebnis) | Arbeitgeber |
| Anhörung BR (Inhalt, Vollständigkeit, Frist) | Arbeitgeber |
| Massenentlassungsanzeige Paragraf 17 KSchG | Arbeitgeber |
| Sonderkündigungsschutz (Schwangerschaft) | Arbeitnehmer (Mitteilung binnen 2 Wochen nach Kenntnis) |
| Verspätete Zulassung Paragraf 5 KSchG | Arbeitnehmer (unverschuldetes Hindernis) |
Bevor das Template eins-zu-eins gefuellt wird, ist zu pruefen welche Variante zur Mandantenkonstellation passt. Das Template ist eine moegliche Form — nicht die einzige.
| Konstellation | Empfohlener Weg |
|---|---|
| Standard — Mandant will Kündigung anfechten | KSchG-Klage nach Paragraf 4 KSchG; Template unten |
| Variante A — Mandant will Streit vermeiden | Aufhebungsvertrag mit Anwaltsbestätigung statt Klage |
| Variante B — Arbeitgeber ist verhandlungsbereit | Reine Abfindungsverhandlung vor Klageerhebung — Klage nur als Druckmittel vorbereiten |
| Variante C — Toxic Workplace / Gesundheitsrisiko | Eigenkündigung mit Sperrzeit-Vermeidungsstrategie (Paragraf 159 SGB III wichtiger Grund prüfen) |
Wenn die Mandantenkonstellation nicht ins Standardschema passt, ist das Template anzupassen oder durch ein anderes Skill abzulösen — nicht das Mandat in das Schema zu pressen.
An das Arbeitsgericht [Ort]
[Anschrift] [Ort, Datum]
In dem Rechtsstreit
[Name, Anschrift Klagepartei]
— Klagepartei —
Prozessbevollmächtigte: [Kanzlei]
gegen
[Name, Anschrift Beklagte]
— Beklagte —
wegen Kündigungsschutz
erheben wir namens und in Vollmacht der Klagepartei
Kündigungsschutzklage
und beantragen:
1. Es wird festgestellt, dass das Arbeitsverhältnis durch
die Kündigung vom [Datum], zugestellt am [Datum],
nicht aufgelöst worden ist.
2. Die Beklagte wird verurteilt, die Klagepartei zu
unveränderten Bedingungen als [Tätigkeit] weiterzu-
beschäftigen, hilfsweise bis zur rechtskräftigen
Entscheidung.
[ggf. Antrag 2 weglassen wenn Mandant Aufhebung statt
Weiterbeschäftigung wünscht]
3. Hilfsweise wird das Arbeitsverhältnis nach Paragraf 9 KSchG
gegen Zahlung einer Abfindung aufgelöst, deren Höhe
in das gerichtliche Ermessen gestellt wird.
[Hilfsantrag Paragraf 9 KSchG entfällt wenn Mandant ausdrücklich
Weiterbeschäftigung will]
4. Die Kosten trägt die Beklagte.
Streitwert: [3 × Bruttomonat] EUR (Paragraf 42 Abs. 2 GKG).
[Streitwert-Variante: 3 × Bruttomonat nach Paragraf 42 Abs. 2 GKG
ODER abweichend wenn Sondervereinbarung oder ao. Kündigung]
Sachverhalt:
[Anstellungsdaten, Lohn, Art der Kündigung, Zugang,
Angaben BR-Anhörung, ggf. Sonderkündigungsschutz]
Zur Klagefrist:
Die Kündigung ging am [Datum] zu; die Klagefrist endet
am [Datum + 3 Wochen]. Die Klage geht fristgerecht ein.
Zur Unwirksamkeit:
1. Paragraf 623 BGB: [ggf. Formfehler]
2. Paragraf 102 BetrVG: [Anhörungsmangel]
3. Paragraf 17 KSchG: [ggf. Massenentlassungspflicht verletzt]
4. Kein wichtiger Grund Paragraf 626 BGB: [bei ao. Kündigung]
5. Keine soziale Rechtfertigung Paragraf 1 KSchG: [Begründung]
Anlagen: AV, Kündigungsschreiben, ggf. Schwerb.-Ausweis
Schlussabsatz Variante A (kooperativ):
Wir regen eine gütliche Lösung vor dem Gütetermin an und
sind zu einem konstruktiven Gespräch bereit. Eine
außergerichtliche Einigung spart beiden Seiten Zeit und
Kosten und kann für die Klagepartei wirtschaftlich
attraktiver sein als ein streitiges Verfahren.
Schlussabsatz Variante B (formal-streng):
Eine außergerichtliche Einigung kommt nur in Betracht,
wenn ein angemessenes Abfindungsangebot innerhalb von
7 Tagen vorgelegt wird. Andernfalls werden sämtliche
rechtlichen Möglichkeiten konsequent ausgeschöpft.
[Rechtsanwalt/-anwaeltin, Fachanwalt fuer Arbeitsrecht]
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| Frist | Dauer | Rechtsgrundlage |
|---|---|---|
| Kündigungsschutzklage | 3 Wochen ab Zugang | Paragraf 4 KSchG |
| Nachträgl. Zulassung | 2 Wochen ab Wegfall des Hindernisses | Paragraf 5 KSchG |
| Außerordentl. Kündigung: AG-Frist | 2 Wochen ab Kenntnis des Grundes | Paragraf 626 Abs. 2 BGB |
| SGB IX: Zustimmung Integrationsamt | Vor Kündigung; bei Notfall-Kündigung: 2 Wochen nachträglich | Paragrafen 168, 174 SGB IX |
| MuSchG: Mitteilungspflicht AG | AG muss bei Kenntnis sofort stoppen | Paragraf 17 Abs. 1 MuSchG |
| Verjährung Schadensersatz | 3 Jahre | Paragrafen 195, 199 BGB |
| Beschäftigungsdauer | Praxis-Abfindung | Rechtlich möglich bis |
|---|---|---|
| 1–3 Jahre | 1–3 Bruttomonatsgehälter | Paragraf 10 Abs. 1 KSchG: 12 Monatsgehälter |
| 5–10 Jahre | 3–6 Bruttomonatsgehälter | Paragraf 10 Abs. 2: 15 Monatsgehälter (≥ 50 J., ≥ 15 J.) |
| > 15 Jahre | 6–10 Bruttomonatsgehälter | Paragraf 10 Abs. 3: 18 Monatsgehälter (≥ 55 J., ≥ 20 J.) |
| Konstellation | Empfehlung |
|---|---|
| Mandant will Weiterbeschäftigung | Klage + Weiterbeschäftigungsantrag; Vergleich nur bei attraktivem Angebot |
| Mandant will Abfindung | Klage als Verhandlungsmasse; Auflösungsantrag Paragraf 9 KSchG vorbereiten |
| Betriebsrat nicht angehört | Unwirksamkeit feststeht fast sicher; Basis für guten Vergleich |
| Massenentlassung nicht angezeigt | Starker Klagegrund; Paragraf 17 KSchG-Verstöße häufig übersehen |
| Sonderkündigungsschutz (Schwangerschaft) | Kündigung zunächst nichtig; Zustimmung Gewerbeaufsicht prüfen |
fachanwalt-arbeitsrecht-betriebsratsanhoerung — Anhörungsrüge vertiefenfachanwalt-arbeitsrecht-bag-freistellungsklausel-unwirksam — bei paralleler Freistellungs-Fragefachanwalt-arbeitsrecht-hinschg-whistleblower-repressalie — bei HinSchG-Bezug der KündigungQuellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.
npx claudepluginhub klotzkette/claude-fuer-deutsches-recht --plugin fachanwalt-arbeitsrechtPrüft Kündigungsschutzklagen nach KSchG: Fristen, Kündigungsgründe, Sozialauswahl, Betriebsratsanhörung und erstellt Entwürfe für das Arbeitsgericht.
Generates a draft of a Kündigungsschutzklage (termination protection lawsuit) from facts, norms, evidence, and motion; provides deadline and risk assessment with immediate steps. For labor law practitioners handling termination cases.
Drafts a German employment law dismissal protection complaint from case facts, statutes, evidence, and motion; provides a deadline and risk traffic light with immediate steps.