Lizenzvertraege für Urheberrechte Leistungsschutzrechte oder Marken verhandeln und gestalten
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: UrhG § 102 Verjährung 3/10 Jahre, § 97a Abmahnung Erstattung nur bei Berechtigung, § 41 Rückrufsrecht nach 2 Jahren, FAO § 5 36 Monate Praxis.
- Tragende Normen verifizieren: FAO § 14k, UrhG §§ 1-69, 72, 73, 81, 87a-h, 95a, 97, 97a, 101, 103, VGG, KUG §§ 22, 23, MStV, JMStV, NetzDG (auslaufend), TMG/DDG, EU-RL 2019/790 (DSM) — Fundstellen über gesetze-im-internet.de, dejure.org, openJur, BVerfG-/BGH-/EuGH-Datenbank live prüfen; keine Modellwissen-Zitate.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Urheber, Verwertungsgesellschaft (VG Wort, GEMA, GVL), Verleger, Sendeunternehmen, Plattformbetreiber, Landesmedienanstalt, ZAK, LG (Urheber-/Medienkammer).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Lizenzvertrag, Wahrnehmungsvertrag VG, Abmahnung, Unterlassungserklärung, einstweilige Verfügung, Schadensersatzklage, Gegendarstellung, NetzDG/DSA-Meldung — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Fokus: Lizenzvertraege für Urheberrechte Leistungsschutzrechte oder Marken verhandeln und gestalten. §§ 31 ff. UrhG Nutzungsrechte §§ 87a ff. UrhG Leistungsschutz. Prüfraster: Nutzungsrechtsart ausschließlich einfach territorial zeitlich Vergütung Sublizenz Rückruf. Output: Lizenzvertragsentwurf Verhandlungsstrategie Term-Sheet. Abgrenzung: nicht für Abmahnung oder Gegendarstellung.
Lizenzvertrag-Verhandlung
1) Lizenz-Arten § 31 UrhG
Ausschließliches Nutzungsrecht
- Lizenznehmer allein
- Auch ohne Urheber möglich
- Schutz gegen Dritte
Einfaches Nutzungsrecht
- Mehrere Lizenznehmer möglich
- Keine Ausschliessung Dritter
2) Lizenz-Reichweite
Sachlich
- Welches Werk?
- Welche Verwertungs-Art? (§§ 15 ff. UrhG)
Raeumlich
- Gebiet (DE, EU, Welt)
- Bei online: technisch begrenzbar?
Zeitlich
- Befristet oder unbegrenzt
- Verlängerungs-Option
Sprachlich / Medial
- Sprache des Werks
- Medium (Print, Digital, Audio)
3) Vergütung § 32 UrhG
Angemessenheit
- BGH-Linie: Verkehrs-Wert
- Bei sittenwidrig niedriger Vergütung: Anpassungs-Anspruch
Modelle
- Pauschal
- Fix-Betrag
- Beteiligung (z.B. 10 % Umsatz)
- Stückweise (Verkaufs-Auflage)
Bestseller-Klausel § 32a UrhG
- Bei Erfolg über Erwartung: Nach-Vergütung
Vergütungs-Verhandlung kollektiv
- VG Wort, VG Bild-Kunst
- GEMA bei Musik
- Tariftabellen als Orientierung
4) Pflichten Lizenznehmer
Verwertungs-Pflicht
- Bei ausschließlicher Lizenz: Pflicht zur Verwertung
- Bei Nicht-Verwertung: Rückruf-Recht § 41 UrhG
Abrechnungs-Pflicht
- Jaehrliche Abrechnung
- Prüfungs-Recht Urheber
Schutz des Werks
- Veröffentlichungs-Recht
- Anonymitaet Urheber-Wunsch
5) Workflow
Phase 1 — Vertragsentwurf
- Detail-Definition Werk
- Verwertungs-Arten
- Vergütungs-Modell
Phase 2 — Verhandlung
- Marktvergleich
- Schlüsselbedingungen
- Sonderrechte (Endorsement, Promotion)
Phase 3 — Abschluss
- Schriftform empfohlen (§ 40 UrhG bei kuenftigen Werken)
- Klare Reichweite
Phase 4 — Laufende Pflichten
- Abrechnungen prüfen
- Bei Verstoß: Verzug-Mahnung
6) Vertragsbeendigung
Rückruf § 41 UrhG (Nicht-Verwertung)
Rückruf § 42 UrhG (gewandelte Überzeugung)
- Bei gewandelter UEberzeugung Urheber
- Schadensersatz-Pflicht
Ordentliche Kündigung
7) Spezial-Konstellationen
Buchverlag
- Standard-Verträge Verlag
- Verlag-Verband (VS)-Linie
Filmproduktion
- Komplex (Drehbuch, Regie, Darsteller, Komposition)
- ggf. Verzicht VG Wort
Software-Lizenz
- Andere Vorschriften §§ 69a ff. UrhG
- Eigene Verhandlungs-Logik
8) Typische Fehler
- Reichweite zu weit oder zu eng
- Vergütung pauschal ohne Bestseller-Klausel
- Kündigungs-Option fehlt
- Schriftform versäumt bei kuenftigen Werken
- Lizenz-Kette nicht geprüft
Anschluss
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Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.