Mandant benoetigt Hilfsmittel (Rollstuhl Hoerhilfe Prothese Pflegebett Treppenlift) und fragt welcher Kostentraeger zuständig ist und wie Antrag und Widerspruch aussehen
Arbeitsweg
- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
- Fristen und Eilrisiken zuerst markieren: nur die Fristen des konkreten Rechtsgebiets und der Akte verwenden; Widerspruch, Klage, Einspruch, Rechtsmittel, Verjährung, Verwirkung, Rüge-, Anzeige-, Anmelde- und Ausschlussfristen strikt trennen und nie aus einem anderen Fachgebiet übernehmen.
- Tragende Normen verifizieren: Nur das im Skill betroffene Sozialgesetzbuch und die konkrete Verfahrensnorm heranziehen. Widerspruchsfrist nach Paragraf 84 SGG, Klagefrist nach Paragraf 87 SGG und einstweiliger Rechtsschutz nach Paragraf 86b SGG strikt trennen; Rechtsweg, Statthaftigkeit, aufschiebende Wirkung und Rechtsmittel gesondert prüfen.
- Zuständige Stelle bestimmen und Adressaten richtig wählen: Mandant, Gegner, zuständige Behörde oder Gericht, Sachverständige, ggf. EU-/internationale Stelle (siehe Skill-Detail).
- Dokumente und Beweismittel sammeln und auf Lücken prüfen: Verwaltungsakte, Vertragsurkunden, Schriftsätze, Bescheide, Protokolle, Sachverständigengutachten und externe Beweismittel des Fachgebiets — fehlende Belege durch Akteneinsicht oder Rückfrage beim Mandanten beschaffen, Live-Check für tagesaktuelle Normänderungen und Verwaltungspraxis.
Fokus: Mandant benoetigt Hilfsmittel (Rollstuhl Hoerhilfe Prothese Pflegebett Treppenlift) und fragt welcher Kostentraeger zuständig ist und wie Antrag und Widerspruch aussehen. § 33 SGB V Hilfsmittelverzeichnis § 139 SGB V § 40 SGB XI § 47 SGB IX. Prüfraster: Zuständigkeit Krankenkasse/Pflegekasse/Eingliederungstraeger/Sozialhilfe Festbetraege Mehrkostenregelung typische Ablehnungsgründe. Output: Antragsentwurf oder Widerspruchsentwurf Hilfsmittel. Abgrenzung zu eingliederungshilfe-schule (Schule) und pflegegrad-widerspruch (Pflegegrad).
Hilfsmittelantrag prüfen
Fachlicher Kern — Sozialrecht und Sozialversicherungsrecht
- Problemfokus dieses Skills: Bleibe beim konkreten Titel
Hilfsmittelantrag prüfen und löse die dort angelegte Fachfrage; arbeite mit konkreten Tatbestandsmerkmalen, Beweisfragen und dem unmittelbar benötigten Arbeitsprodukt. Routingfragen bleiben Hilfsmittel, wenn Frist, Zuständigkeit oder Verfahrensart offen sind.
- Arbeitsmodus: Immer Verwaltungsakt, Frist, Widerspruch/Klage/eA, Amtsermittlung, medizinische Tatsachen, Mitwirkungspflichten und Beweisgutachten trennen; bei Status § 7 SGB IV: tatsächliche Eingliederung, Weisung, Rechtsmacht und Unternehmerrisiko abgleichen.
- Outputpflicht: Bescheidanalyse in einfacher Sprache, Widerspruch, eA-Antrag, Statusmatrix, medizinische Beweisfragen, Belegliste, Fristenplan oder SG-Schriftsatz.
- Fehlerbremse: Tragende Normen/Entscheidungen live oder aus der Akte verifizieren; Rechtsprechung nur mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und frei prüfbarer Quelle. Keine BeckRS-, juris-, Kommentar- oder Aufsatz-Blindzitate aus Modellwissen.
Anspruchsgrundlagen im Überblick
Krankenversicherung (SGB V)
- § 33 SGB V Hilfsmittel zur Sicherung des Erfolgs der Krankenbehandlung zur Vorbeugung Behinderung oder zum Behinderungsausgleich.
- § 139 SGB V Hilfsmittelverzeichnis des GKV-Spitzenverbands — Voraussetzung für Standard-Hilfsmittel.
- § 33 Abs. 6 SGB V Festbetraege.
- § 33 Abs. 1 Satz 4 SGB V Mehrkostenübernahme bei medizinisch begründetem Sondermodell.
Pflegeversicherung (SGB XI)
- § 40 SGB XI Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege (Pflegebett Rollstuhl mit Pflegemerkmalen) und zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel.
- § 40 Abs. 4 SGB XI Maßnahmen zur Verbesserung des individuellen Wohnumfelds (Treppenlift bis 4000 EUR pro Maßnahme im Regelfall).
Eingliederungshilfe (SGB IX Teil 2)
- §§ 102 ff. SGB IX Leistungen zur sozialen Teilhabe einschließlich Hilfsmittel zur Teilhabe (z. B. Vorlesegerät für blinde Person Schulbegleitung Kommunikationshilfe).
Sozialhilfe (SGB XII)
- §§ 53 ff. SGB XII Hilfen in besonderen Lebenslagen — subsidiaer.
Prüfraster
Bedarf
- Ärztliche Verordnung vorhanden?
- Eindeutige Indikation (medizinische Notwendigkeit Teilhabeziel Pflegeerleichterung)?
- Vergleich zwischen Standardversorgung und konkretem Wunschmodell.
Zuständigkeit
- Welcher Träger ist primaer zuständig? Bei Streit § 14 SGB IX — Zuständigkeitsklärung binnen zwei Wochen sonst Vorleistungspflicht.
- Kommunikation mit der Kasse: Antrag immer schriftlich; Aktenzeichen vergeben; Frist § 18 SGB IX (zwei Monate für Rehabilitationsträger).
Genehmigungsfiktion § 18 SGB IX / § 13 Abs. 3a SGB V
- § 13 Abs. 3a SGB V — Krankenkasse muss innerhalb von drei Wochen über Antrag entscheiden (fünf Wochen bei MDK-Gutachten). Bei Untätigkeit gilt Antrag als genehmigt.
- § 18 SGB IX — bei Teilhabe-Anträgen zwei Monate.
- Pflichtschritt: Frist im Fristenbuch (Skill
fristenbuch-sozialrecht).
Mehrkosten und Sondermodelle
- Versicherter darf Sondermodell auf eigene Kosten wählen (§ 33 Abs. 1 Satz 9 SGB V).
- Bei medizinischer Notwendigkeit der Mehrkosten Anspruch gegen die Kasse — Begründung mit Atteste und Vergleichsbewertung.
Sondergeneralien
Rollstuhl
- Elektrorollstuhl bei eingeschraenkter Bewegungsfähigkeit + Ausschluss handbetriebener Versorgung.
- Pflegerollstuhl bei stationärer Pflege über SGB XI möglich.
Hörhilfe / Cochlea-Implantat
- Hörgeräteversorgung nach Hilfsmittelverzeichnis; Aufzahlung bei Sondermodellen.
- BSG-Rspr. zur Mehrkostenproblematik bei hochgradig Hörgeschädigten.
Vorlesekraft / Hilfsmittel für blinde Personen
- Vorlesegerät als Hilfsmittel zur Teilhabe (SGB IX) oder bei Berufsausbildung beruflicher Teilhabe (Bundesagentur für Arbeit DRV SGB VI).
- Vorlesekraft als persönliche Assistenz nach SGB IX Teilhabe / Assistenz für Studium oder Beruf.
Treppenlift / Wohnungsumbau
- Pflegekasse SGB XI § 40 bei pflegebedingtem Bedarf bis Höchstbetrag.
- Eingliederungshilfe oder Sozialhilfe ergänzend.
Ausgabe
- Bei Ablehnung: Widerspruchsentwurf über Skill
widerspruch-formulieren mit fachlichen Bausteinen.
- Bei Untätigkeit: Frist im Fristenbuch für Genehmigungsfiktion / Untätigkeitsklage § 88 SGG.
Ausformulierungspflicht und Formatstandard. Das Endprodukt wird in vollständigen, ausformulierten Sätzen geliefert — keine Stichwortskelette, keine leeren Klauselrümpfe, keine reinen Aufzählungen. Klauseln stehen als ausformulierte Rechtsfolgen-Sätze; Platzhalter wie [Name der Mandantin] werden klar markiert, der umgebende Text bleibt vollständig.
Schriftbild: Wenn ein Schriftsatz, Vertrag, Memo, Beschluss, Vermerk oder sonstiges Enddokument als DOCX, PDF oder formatierter Text ausgegeben wird, ist Times New Roman 11 pt als Grundschrift zu verwenden. Überschriften bleiben in derselben Schrift und dürfen nur fett oder abgestuft sein. Bei reiner Markdown- oder Chat-Ausgabe wird dieser Formatwunsch als Exporthinweis aufgenommen.
Nummerierung: Gliederung ausschließlich dezimal (1, 1.1, 1.1.1 und so weiter). Keine römischen Ziffern, keine Buchstaben- oder Mischgliederung.
Triage — kläre vor Antragsstellung oder Widerspruch
- Welcher Träger ist primär zuständig — Krankenkasse (§ 33 SGB V), Pflegekasse (§ 40 SGB XI), Eingliederungshilfeträger (§§ 102 ff. SGB IX) oder Sozialhilfe (§§ 53 ff. SGB XII)?
- Liegt ärztliche Verordnung vor, und entspricht das Hilfsmittel dem Hilfsmittelverzeichnis (§ 139 SGB V)?
- Läuft Genehmigungsfiktion nach § 13 Abs. 3a SGB V (drei Wochen) oder § 18 SGB IX (zwei Monate) — Frist bereits abgelaufen?
- Ist das Standardmodell medizinisch ausreichend, oder ist Mehrkosten-Übernahme für ein Sondermodell begründbar?
- Eilbedürftigkeit: ist das Hilfsmittel lebensnotwendig oder schulisch/beruflich unabweisbar? (→ § 86b SGG)
Aktuelle Rechtsprechung
Quellenregel: Entscheidungen nur nach Prüfung einer amtlichen oder frei zugänglichen Quelle mit Gericht, Entscheidungsform, Datum, Aktenzeichen und tragender Aussage ausgeben.