From notariat-alltag
Wenn es um Notariat im Alltag: Beurkundung oder Unterschriftsbeglaubigung – richtig einordnen in Notariat im Alltag geht: prüft Frist, Form, Zuständigkeit, Rechtsweg und Sofortmaßnahmen; liefert eine Fristen- und Risikoampel mit Sofortschritten.
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- Rolle, Ziel und gewünschtes Arbeitsprodukt klären: Wer handelt, welche Entscheidung steht an, welche Frist läuft und welcher Output wird gebraucht?
Die Abgrenzung zwischen Beurkundung und Beglaubigung ist eine der häufigsten Fehlerquellen im Notariat. Ein formal falsch eingestufter Vorgang ist nichtig (§ 125 BGB) oder scheidet beim Registergericht aus. Dieser Skill gibt ein strukturiertes Prüfprogramm für jeden Sachverhalt, in dem Parteien oder Sachbearbeitung die Urkundsform nicht sicher kennen.
Rechtsgrundlagen: §§ 6–35 BeurkG (Beurkundungsverfahren), §§ 36–44 BeurkG (Beglaubigungen), § 129 BGB (öffentliche Beglaubigung), § 403 ZPO (Vollstreckung), § 311b BGB, § 1410 BGB, § 2231 Nr. 1 BGB, § 2276 BGB, § 15 Abs. 3 GmbHG, § 2 GmbHG, § 53 GmbHG, §§ 23, 130 AktG, §§ 19–20 GBO.
| Merkmal | Beurkundung (§§ 6–35 BeurkG) | Beglaubigung (§§ 39–44 BeurkG) |
|---|---|---|
| Inhalt der Urkunde | Vollständig verlesen, von Notar errichtet | Nur Unterschrift/Handzeichen bezeugt |
| Belehrungspflicht | Ja, § 17 BeurkG | Nein (nur bei Bedenken, § 40 Abs. 4) |
| Vorlesen | Pflicht, § 13 BeurkG | Nicht erforderlich |
| Willenserklärungs-Funktion | Vollständige Beurkundung | Nur Unterschriftsbezeugung |
| Formzwang | Wo Gesetz „notarielle Beurkundung" verlangt | Wo Gesetz „öffentliche Beglaubigung" genügt |
| Rechtsfolge Fehler | Nichtigkeit § 125 BGB | Fehlende Beglaubigung: kein Register |
Notarielle Beurkundung zwingend:
Öffentliche Beglaubigung genügend:
Beglaubigung nicht zulässig, weil Beurkundung nötig:
Enthält eine Urkunde sowohl Willenserklärungen (Beurkundungsinhalt) als auch bloße Unterschriftsbezeugung (Beglaubigungsinhalt), gilt für jeden Teil das jeweilige Formerfordernis. Bei Zweifeln geht die strengere Form (Beurkundung) vor.
Beurkundung: Gebühren nach KV Nr. 21100 ff. GNotKG (i.d.R. 1,0–2,0 Gebühr je nach Geschäft). Beglaubigung: KV Nr. 25100 GNotKG – pauschal nach Gegenstandswert, max. 70 € je Unterschrift. Irrtümliche Wahl der teureren Form führt zu keiner Rückerstattungspflicht, sofern die Form zulässig war.
Quellen für Live-Check: https://dejure.org | https://openjur.de | https://www.gesetze-im-internet.de | https://www.bnotk.de | https://www.bgh.de | https://www.bverfg.de
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First indexed Jul 15, 2026
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